Udos Sci-Fi Blog

blog-post-29-das-ginger-komplott-header

Aktuell ist die Neufassung meiner Fantastischen Erzählung »Das GINGER-Komplott« als e-Book erschienen! Welche Freude. Und für alle Freunde des haptischen Erlebnisses – das Paperback gibt es jetzt ebenfalls Online zu kaufen!

Meine Reihe mit Auszügen aus dem Buch möchte ich, für alle, die es interessiert, noch ein wenig fortsetzen. Hier nun ein paar Details, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte:

8. FAKES UND IHRE MANAGER

Celebrities, Stars und VIP aus Wirtschaft und Politik sind viel zu wichtig für die Meinungsbildung der Bevölkerung, als dass man sie selbst zur Öffentlichkeit sprechen lassen könnte. Dies erledigen Fakes für sie, die von entsprechenden Fake-Managern gemanagt werden …

Tags darauf hatte sich der Aktienwert Jonathan Simpsons annähernd versechsunddreißigfacht. Kaum eine Minute verging, ohne dass nicht ein weiteres Angebot hereingeflattert wäre.

Einfach jeder bewarb sich um eine Kooperation mit ihm. Man wollte ihn ausstatten, ihn beraten – in tausend Belangen –, ihm Beteiligungen anbieten, ihn als Testimonial verpflichten, die Rechte an seinen weiteren Aussagen und seinem bisherigen Leben kaufen, wollte ihn für diverse Shows verpflichten, bot ihm eigene Sendeplätze und eigene Formate im TV an, wollte ihn als Berater – für absolut jedes Thema der Welt, bot ihm Autos, Schiffe und Flugzeuge an und bedrängte ihn massiv, sich Immobilien anzuschauen, die seiner würdig seien.

Er hatte nicht den leisesten Schimmer, was gut und was nicht gut für ihn war in seiner momentanen Situation, und verspürte nicht den Hauch eines Verlangens, sich mit all diesen Dingen befassen zu müssen. Also betraute er das HAUS damit und versuchte stattdessen, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Und damit hatte er weiß Gott alle Hände voll zu tun. Denn das Parkett, auf dem er nun tanzte, war für ihn absolut neu. So neu, dass er sich langsam zu fragen begann, in welcher Welt er bisher gelebt hatte.

So machte das HAUS ihn darauf aufmerksam, dass es Unmengen von Neuigkeiten über ihn im NET gab. Und als er abwiegeln wollte, weil er zu wissen glaubte, um was für »Neuigkeiten« es sich dabei handelte, riet ihm das HAUS, sich einige Beiträge doch lieber genauer anzusehen.
Jonathan glaubte einfach nicht, was er da sah.

Da waren Aufnahmen von ihm auf Partys, Empfängen und Events, an die er sich beim besten Willen nicht erinnern konnte. Er sah sich mit Leuten verkehren, von denen er bisher noch nicht einmal geahnt hatte, dass es sie geben könnte. Er sah sich Interviews geben zu Themen, die ihm schlicht nicht bewusst gewesen waren. Und – er sah sich beim Sex mit Menschen, die ihm einfach nie begegnet waren!
Spätestens das ließ ihn vermuten, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugehen konnte.

Das HAUS klärte ihn darüber auf, dass es sich hier um die üblichen Celebrity-Fakes handelte. Und als Jonathan fragte, von welchen üblichen Fakes das HAUS spräche, antwortete dieses, es sei durchaus üblich, dass über Prominente jede Art von Fakes kursierten. Wobei Pornos das Erste seien, was gefakt würde. Eine regelrechte Auszeichnung dagegen sei der Umstand, dass es von ihm sogar Statements zu aktueller Tagespolitik gab. Denn die Tatsache, dass man sich die Mühe machte, derart »anspruchsvolle Inhalte« mit ihm in Verbindung zu bringen, zeige, dass man seiner Person tatsächlich eine beträchtliche Wichtigkeit und Langlebigkeit beizumessen bereit sei.
Eine Aussage, die ihn nicht wirklich trösten konnte.

Auszug aus Das GINGER-Komplott, von Udo Kübler

Herzlichst Ihr

Udo Kübler

Schreibe einen Kommentar